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CHP-Austria / Wiener Votivkirche

WIENER VOTIVKIRCHE UND DAS ATTENTAT

Für meinen geliebten Bruder Kaiser Franz Joseph I.

Am 24. April 1856 fand die feierliche Grundsteinlegung der Wiener Votivkirche im Beisein Ihrer Majestäten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth statt. Vor Jahrhunderten, als kaum das junge Wien eine Bedeutung hatte, legte Markgraf Leopold IV. Babenberg außerhalb der Stadtmauern die Grundfesten eines Gotteshauses, aus welchen der Dom zu St. Stephan sich stolz und groß erhob. Um den weiten Bau vom Wiener Stephansdom zog sich von Jahrhundert zu Jahrhundert der immer weiter steinerne Ring der Stadt. Er legte sich wie um einen lebendigen Mittelpunkt an das stets mächtiger und heranwachsende Wien.

Abermals legt die Hand eines frommen und mächtigen Mannes den Grundstein zu einem heiligen Bau. Auch der neue Bau der Wiener Votivkirche steht wieder außerhalb der alten Stadtmauern. Die Wiener Votivkirche ist bestimmt der Mittelpunkt eines Neu-Wiens zu werden. Mehr als 100 Jahren sind vergangen und das Wiener Stadtbild hat sich verändert. Die mittelalterliche Stadtmauer wurde abgetragen und es entstand der Prachtboulevard die Wiener Ringstraße.

Die Wiener Votivkirche ist in folgender Stadtführung in Wien integriert:

Wiener Votivkirche – Das Attentat an den jungen Kaiser Franz Joseph I.

Die Geschichte der Wiener Votivkirche beginnt mit dem Attentat an den jungen Kaiser Franz Joseph I. am 18. April 1853. Anbei lesen Sie nun den verkürzten Zeitungsbericht: Die Wiener Zeitung hat in der Zeit ihres vieljährigen Bestandes noch nie eine so schmerzliche Pflicht erfüllt, als heute, wo ihr die traurige Aufgabe zufällt, Nachricht von dem schaudervollen Verbrechen zu geben, welches gestern die Bevölkerung der Residenzstadt in Entrüstung und Entsetzen versetzt hat. Seine k. k. Apostolische Majestät, unser allergändigster Kaiser und Herr, machten gestern den 18. Feber um die Mittagsstunde den gewohnten Spaziergang um die Bastei. In der Nähe des Kärnthnerthores angelangt, verweilte der Monarch einige Zeit an der Brüstung der Festungsmauer und blickte in den Stadtgraben, wo in der Umgebung der Interimskaserne einige Truppenbewegungen stattfanden. Den Augenblick, wo seine Majestät und der Allerhöchstdieselben begleitende Flügeladjutant Oberst Graf  O’Donnel die Brüstung verließen und den Spaziergang fortsetzten, ersah der Meuchelmörder, um sich rücklings auf den Monarchen zu stürzen und auf die geheiligte Person seine Majestät mit einem starken Messer einen Stich in die Gegend des Hinterhauptes zu führen. Seine Majestät, einen Augenblick durch die Erschütterung des Stoßes betroffen, fassten sich schnell, wendeten sich rasch um und zogen den Säbel. Aber bereits hatte sich Graf O’Donnel auf den Mörder geworfen und suchte mit demselben ringend ihn zu überwältigen und zu entwaffnen. In dieser Pflichterfüllung ward er sogleich durch rasch herbei gesprungene Personen aus dem Zivilstande unterstützt. Eine herbeigerufene Militärpatrouille verhaftete den Verbrecher. Derselbe heißt Johann Libeny, ist Schneidergesell von Profession und aus Stuhlweißenburg in Ungarn gebürtig.

Wiener Votivkirche – Wiens Westminster Abbey?

Das Attentat hatte Folgen: Allgemeine Gefühlsaufwallung, die Popularität des Kaisers stieg und der Bruder der Majestät, Erzherzog Ferdinand Maximilian, rief alle auf, im Dienst der „geistigen Sühne des Verbrechens“ Geld für eine Kirche zu spenden. Dem war Erfolg beschieden und so wurde am zweiten Jahrestag der Hochzeit des Kaisers mit Elisabeth, am 26. April 1856, der Grundstein für die Wiener Votivkirche gelegt. Rund 300.000 Menschen folgten dem Aufruf. Die Spenden reichten jedoch nur für ein Drittel der Kosten und das Geld ging aus.

Sorgenkind und ewige Baustelle, aber zugleich der Geniestreich eines jungen Architekten

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