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Elisabeth Denkmal im Wiener Volksgarten

Kennen Sie schon das Elisabeth Denkmal im Wiener Volksgarten? Eine wahrhaft versteckte grüne und kunsthistorische Oase. Mitten im Zentrum der Stadt bietet es den perfekten Erholungsort für alle. Erfahren Sie die interessante Entstehungsgeschichte über das prächtige Denkmal von Kaiserin Elisabeth. Am besten Sie verbinden die Informationen mit einer gemütlichen Stadtführung mit Ihrem persönlichen Wien Stadtführer.

Das tragische Ende von Kaiserin Elisabeth

Nach einem unglücklichen Leben und auf der immerwährenden Suche nach Erfüllung geschah am 10. September 1898 das Unfassbare. Der italienische Anarchist Luigi Luccheni ermordete in Genf die österreichische Kaiserin Elisabeth. Mit den Worten „Ich bereue nichts“ hat er sich einige Tage nach dem Attentat der Kaiserin in seiner Gefängniszelle in Genf erhängt. Am 11. September berichteten alle Tageszeitungen in der Monarchie Österreich-Ungarn von der Ermordung der Kaiserin.

Das Attentat der Kaiserin Elisabeth in Genf

Die Kaiserin Elisabeth verließ um 12:40 Uhr das Hotel Beau Rivage, um sich nach dem Landungsplatz der Dampfer zu begeben. Auf dem Weg dorthin stürzte sich ein Individuum auf die Kaiserin und führte einen heftigen Stoß aus. Ihre Majestät fiel zu Boden, erhob sich jedoch wieder und erreichte den Dampfer, wo sie darauf bald in Ohnmacht fiel. Der Kapitän des Schiffes wollte das Schiff nicht ablegen, gab später über Bitten des Gefolges Ihrer Majestät das Zeichen zur Abfahrt. Das Schiff hielt jedoch, nachdem es den Hafen verlassen hatte, wieder an und kehrte zum Landungsplatz zurück. Die Kaiserin hat das Bewusstsein nicht wiedererlangt und wurde auf einer rasch hergestellten Tragbahre zum Hotel Beau Rivage gebracht. Die Kleider der Kaiserin zeigten Blutflecken. Im Hotel wurde festgestellt, dass die Kaiserin einen Dolchstich in der Herzgegend erhalten hatte. Gegen 15 Uhr stirbt Kaiserin Elisabeth im Alter von 60 Jahren und ein unglückliches Leben nimmt sein Ende.

Alsbald wurde die schreckliche Nachricht nach Wien telegrafiert. Graf Paar hatte die schmerzvolle Aufgabe, den Kaiser sofort zu unterrichten. Kaiser Franz Joseph I. bedeckte sein Antlitz mit beiden Händen und blieb mehrere Minuten lang regungslos, dann entrangen sich seiner Brust die Worte: „Mir bleibt doch gar nichts erspart!“

Das Elisabeth Denkmal im Wiener Volksgarten wird feierlich eröffnet

Elisabeth Denkmal im Wiener Volksgarten

Am 4. Juni 1907 wurde das Elisabeth Denkmal Wiener Volksgarten feierlich enthüllt. Zu den besonderen Gästen zählte auch die Schwester von Kaiserin Elisabeth, Marie, die Königin von Sizilien. Lesen Sie nun die Rede von Kaiser Franz Joseph I. bevor das Elisabeth Denkmal im Wiener Volksgarten festlich enthüllt wurde:

„Bewegten Herzens komme ich an diese Stelle, an welcher das Denkmal entstanden ist, als Zeugnis der Liebe und Pietät, welche die Völker Österreichs meiner verewigten Lebensgefährtin und mir entgegenbringen. Dieses Monument wird kommenden Geschlechtern die Erinnerung an die erhabene Kaiserin und Königin wach erhalten und die innige Verbindung der Bevölkerung mit dem angestammten Herrscherhause, ihre teilnahmsvolle Angehörigkeit und loyale Treue dartun. Ich spreche allen, die sich an dem Zustandekommen dieser pietätvollen Huldigung beteiligt haben, meiner innige, herzlichen Dank aus und übernehme das Denkmal in mein Eigentum.

Und nun möge die Hülle fallen.

Auf ein Zeichen fiel langsam die Hülle und das Denkmal der Kaiserin wurde sichtbar. Lange stand der Kaiser in den Anblick des Monuments versunken und gleich ihm waren die Blicke aller Anwesenden auf das Denkmal Kaiserin Elisabeth gerichtet. Einen tiefergreifenden Eindruck machte es, als nun zwölf reizende Mädchen in griechischen Gewändern langsam und feierlich die Stufen des Denkmals emporschritten und aus goldenen Körbchen Rosen auf den Sockel streuten, worauf sie ebenso gemessenen Schrittes wieder die Stufen herunterkamen. Nach der Enthüllung des Denkmals zelebrierte Hof-und Burgpfarrer Bischof Dr. Laurenz Mayer mit zahlreicher Assistenz das Tedeum. Nach dem weihevollen kirchlichen Akt sang der Wiener Männergesangsverein eine von Heuberger komponierte Festhymne.

Das Elisabeth Denkmal – kunsthistorisch betrachtet

In künstlerischer Hinsicht lässt sich wohl sagen, dass der monumentale Schmuck der Stadt Wien mit dem Elisabeth Denkmal eine wertvolle Bereicherung erfahren hat.

In einem griechischen Hain, dessen grünes Blattgemäuer hoch ragt, steht das Elisabeth Denkmal. Der leuchtende Marmor blickt auf Wiesen und Blüten und auf rieselnde Wasser. Der Schöpfer des herrlichen Denkmals der Kaiserin, Bildhauer Hans Bitterlich formte das Porträt der Kaiserin mit Zuhilfenahme von Ölgemälden und Photographien; er brauchte mehrere Jahre dazu, um aus dem Marmorblock von Laas (Italien) die Gestalt herauszumeisseln. Der Architekt Oberbaurat Ohmann legte einen „heiligen Hain“ an, aus dem Teile des Gartens, den ihm die Natur bot. Eine grüne Wand bildet den Hintergrund.

Der Hemicycle weitet sich zu einem größeren Raum – zu einem Bassin mit zwei Fontainen. Rechts und links von diesem Bassin, getrennt durch Blumenbeete und Kieswege, erheben sich weitere Brunnen mit allegorischen Figuren als Wasserträger.

Zwei je zehn Meter hohe Säulen aus St. Veiter Marmor flankieren den Eingang zum Denkmal. Sie sind mit Marmorvasen gekrönt. Zwischen den Säulen ist eine Treppe gelegt, die zu einem Rasenparterre führt. Rückwärts von den Säulen sind abermals Drillagen angebracht mit zwei Torbogen um grünes Rankenwerk aufzunehmen und mit den grünen Seitenkulissen dem ganzen Raume die stimmungsvolle Abgeschlossenheit zu wahren.

Elisabeth Denkmal

Das Elisabeth Denkmal ist in folgenden Stadtführungen in Wien integriert:

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